13.05.2017 09:10 Alter: 44 days
Kategorie: Allgemeines

Zum 175. Geburtstag einen Ambo


Carola von der Lieth (l) und Almut Andersson (r) mit dem Modell des Lesepults vor der Werkstatt der Holzbildhauermeisterin.

Das Modell des Ambos.

Holzbildhauermeisterin Almut Andersson

Was schenkt man einer Kirche zum Geburtstag? Die Jesteburger St. Martinskirche feiert in diesem Jahr ihren 175. Geburtstag. "Das alte Lesepult ist wuchtig und nimmt viel Raum ein, bei Veranstaltungen müssen wir es immer hinaustragen. Ein neues, leichter wirkendes Lesepult wäre ein schönes Geschenk der Jesteburger an ihre Kirche", sagt Kirchenvorsteherin Carola von der Lieth, die auch Vorsitzende des Kultur- und Kunstausschusses der Kirchengemeinde ist. Für die Umsetzung dieser Idee konnte sie die Holzbildhauermeisterin Almut Andersson aus Eddelsen gewinnen. Von ihrem ersten Modell ist der Kirchenvorstand bereits begeistert. "Wir laden alle Kirchgänger und Jesteburger, die sich mit der St. Martinskirche verbunden fühlen, herzlich ein, unserer Kirche dieses Lesepult zum Geburtstag zu schenken. Die Namen aller Spender werden auf einer Platte am Lesepult verewigt, so sie es denn möchten. Zum 175. Geburtstag, am Sonntag, 17. Dezember, soll es dann feierlich eingeweiht werden", sagt Carola von der Lieth.

In der 1842 erbauten St. Martinskirche befindet sich die Kanzel direkt über dem Altar: "Die Kanzel wird eigentlich nicht genutzt, um nicht 'von oben herab' zu predigen. Das Lesepult stammt aus den 1960er Jahren, ist recht sperrig, versperrt den Blick für manche Gottesdienstbesucher, die in den Seitenbänken sitzen und muss bei den meisten Veranstaltungen verrückt oder hinausgetragen werden", sagt Carola von der Lieth. In der Buxtehuder St. Petrikirche sah sie ein von der Holzbildhauermeisterin Almut Andersson gefertigtes Lesepult und war begeistert. Die Jesteburgerin nahm Kontakt zur Künstlerin auf.

"Ich habe die St. Martinskirche erst einmal auf mich wirken lassen, denn dort steckt ja sehr viel Symbolik im Wenigen. Nach den Ideen des Kirchenvorstands sollte das Lesepult kein Kontrapunkt sein, sich einfügen, aber gleichzeitig auch abheben", sagt Almut Andersson. Ihre Ideen übertrug sie auf ein Modell. Danach hat das Lesepult eine strukturierte Front in den Farben der Kirche: "Diese Struktur nimmt das Natürliche auf, schafft ein wenig Bewegung auf dem Holz", sagt Almut Andersson. Darauf ist ein schlichtes, zartes Kreuz und eine vergoldete Taube zu sehen, weiter oben die Symbole der vier Evangelisten in einem goldenen Rahmen, der Löwe für Markus, der Adler für Johannes, der Engel für Matthäus und der Stier für Lukas.

Um das Pult leicht und transparent wirken zu lassen, hat es keine Seitenteile, die Rahmenkonstruktion wirkt zierlich, unterhalb der Oberfläche sind auf der rechten Seite Stäbe aus gewachsenem Naturholz in einem Rahmen eingesetzt. Diese Stäbe sollen vergoldet werden. "Das Gold wirkt warm, es strahlt und geht dem Betrachter ins Auge und ins Herz", sagt Almut Andersson. Das aufklappbare Pult ist mit einem goldenen Kreuz verziert.

"Ich mag es sehr, das Schöne am Funktionellen herauszuarbeiten und das Lesepult nicht nur in seiner Funktion zu sehen, sondern ein kleines Kunstwerk zu schaffen." Almut Andersson ist dem Wesen ihres Handwerks tief verbunden, der traditionellen Holzbildhauerei. Auf dem Hittfelder Friedhof steht bereits eine Eichenskulptur der Künstlerin.

"Ich finde es wunderbar, wie Almut Andersson sich in unsere Kirche hineingedacht und unsere Ideen umgesetzt hat. Es ist nicht nur ein Lesepult, sondern ein richtiges Kunstwerk und wird sich hervorragend in unsere Kirche einfügen", sagt Carola von der Lieth. Das Lesepult wird etwa 5000 Euro kosten. "Alle Jesteburger, die sich ihrer Kirche verbunden fühlen, sind herzlich eingeladen, sich am Geschenk zu beteiligen. Die Spender werden namentlich auf einer Platte verewigt. Wenn sie nicht genannt werden möchten, werden wir das natürlich respektieren. Und gemeinsam mit allen Jesteburgern wollen wir den 175. Geburtstag unserer Kirche dann am Sonntag, 17. Dezember, mit einem Festgottesdienst um zehn Uhr feiern", sagt Carola von der Lieth. Die Predigt wird Landessuperintendent Dieter Rathing halten, nach dem Gottesdienst sind alle zum gemeinsamen Mittagessen und der Gemeindefeier eingeladen.

Wer für das Lesepult spenden möchte:

Bitte überweisen Sie Ihre Spende an die
Kirchengemeinde Jesteburg
IBAN DE 40 2075 0000 0090 4017 20
Verwendungszweck: Ambo
Eine Spendenbescheinigung wird ab 50 Euro ausgestellt.
Bitte geben Sie dazu Ihren Namen und die Adresse an.

INFO-BLOCK:
Der Architekt und Konsistorialbaumeister Friedrich August Ludwig Hellner (1791-1862) aus Hannover entwarf die St. Martinskirche mit ihrer eindeutig evangelisch-lutherischen Prägung in schmuck- und bilderloser Schlichtheit. Der klassizistische Bau aus dem Jahr 1842 ist in den 18 Kirchengemeinden des Kirchenkreises Hittfeld und der gesamten Umgebung einzigartig. Die Kanzel befindet sich direkt über dem Altar, ist mit diesem baulich verbunden und symbolisiert Martin Luthers Maßgabe der Gleichwertigkeit von Wort und Sakrament - Predigt und Abendmahl. Weitere Infos unter www.kirchenkreis-hittfeld.de/jesteburg

 

 


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